Keimzelle der Nation

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Diskursatlas Antifeminismus
Diskursthema:
Bevölkerung Sexualität Familie
Narrativ:
Keimzelle der Nation

Der Ausdruck Keimzelle der Nation (auch: Keimzelle des Volkes, Keimzelle der Gesellschaft) findet u. a. als antifeministisches Narrativ in den Diskursthemen Bevölkerung, Sexualität und Familie Anwendung.

Geschichte und Bedeutung des Narrativs "Keimzelle der Nation"

Das Narrativ Familie als Keimzelle der Nation scheint vor allem im organzistischem Staatsverständnis Deutschlands und Österreichs eine wichtige Rolle zu spielen. Im Englischen ist dieses Narrativ quasi nicht vorhanden, dort wird weniger biologistisch von der Familie als "Foundation of the Nation", als "Fundament der Nation" gesprochen.

Jeremia Gotthelf: "Ehe als Keimzelle der Nation"

Die Ehe in der Vorstellung der "Keimzelle der Nation" wird auf den Anfang des 19. Jahrhunderts publizierenden Geistlichen und Literaten Jeremia Gotthelf zurückgeführt.

„Und laßt euch nicht irren durch ödes Geschwätz unseliger Toren, es ist nicht der Staat, nicht die Schule, nicht irgend etwas anderes des Lebens Fundament, sonder das Haus ist es. Nicht die Regenten regieren das Land, nicht die Lehrer bilden das Leben, sondern Hausväter und Hausmütter tun es; nicht das öffentliche Leben in einem lande ist die Hauptsache, sondern das häusliche Leben ist die Wurzel von allem, und je nachdem die Wurzel ist, gestaltet sich das Andere. Täuschet euch nicht, es mag zuweilen die Krone des Baumes noch grün scheinen, während schon die Wurzel welket; aber lange bleibt die Krone nicht grün, dürre wird es bald in ihren Ästen, und wenn ein Sturm übers Land kömmt, so wird sie einen großen Fall tun, die Wurzel hielt den Baum nicht mehr: so wird es dem Vaterland ergehen, wenn man es bauen will auf öden Wüsten statt auf gottseligen Häusern.“[1]

Nationalsozialismus: Ehe als Keimzelle der Volksgemeinschaft

Im Nationalsozialismus wurde unter Frauenpolitik zunächst Familien- und Geburtenpolitik verstanden. Es ging darum, die vermeintlich rassenbiologisch "erbgesunde" und "artgerechte" Ehe und Familie unter dem Schutz des nationalsozialistischen Staates zu stellen, da diese als "Keimzelle der Volksgemeinschaft" verstanden wurden. [2]

So hieß es in einem Kommentar zur "Erneuerung des Ehescheidungsrechts" 1937: „Grundlage der Volksgemeinschaft ist die Ehe. Sie ist die Keimzelle und die beste Stätte für das Aufwachsen und Gedeihen des Kindes. Daher geht das Ziel nationalsozialistischer Rechtsschöpfung dahin, einerseits die Schließung zwischen erbgesunden und rassisch wertvollen Menschen und die Erzeugung gesunder Kinder zu fördern und zu erleichtern, andererseits zu verhindern, daß erbanlagemäßig und rassisch schädliche Ehen geschlossen und erbkranke Kinder geboren werden.“ [3]

Äußerungen im Narrativ "Keimzelle der Nation"

  • Adolf Hitler beschwor 1934 in seiner Rede an die deutschen Frauen gleich mehrfach die Wichtigkeit der Familie für „die Erhaltung dieses Volkes in den einzelnen Zellen“[4]. Die Familie sei "die Welt der Frau" und er lobte „die Willigkeit des Einsatzes des Lebens der Frau, um diese wichtige Zelle"[5] In wenigen Sätzen verknüpfte er verschiedene antifeministische Diskursstränge mit dem "Erhalt des Volkes in den einzelnen Zellen":
"Wenn früher die liberalen intellektualistischen Frauenbewegungen in ihren Programmen viele, viele Punkte enthielten, die ihren Ausgang vom so genannten Geiste nahmen, dann enthält das Programm unserer nationalsozialistischen Frauenbewegung nur einen einzigen Punkt, und dieser Punkt heißt das Kind. (...) Was der Mann an Opfern bringt im Ringen seines Volkes, bringt die Frau an Opfern im Ringen um die Erhaltung dieses Volkes in den einzelnen Zellen. (...) Jedes Kind, das sie zur Welt bringt, ist eine Schlacht, die sie besteht für das Sein oder Nichtsein ihres Volkes." [6]
(siehe auch Narrative: Völkischer Anti-Intellektualismus, Neue Frauenbewegung, Komplementarität der Geschlechter, Ewiger weiblicher Instinkt)


  • Der ehemalige Familienminister Franz-Josef Wuermeling forderte 1953 in der Kirchen-Zeitung aus Köln:
„Wenn schon unsere Auffassung von der Unauflöslichkeit der Ehe keine gesetzliche Anerkennung mehr finden kann, so wollen wir doch alles versuchen, um die Auflösung der wichtigsten Ordnungszelle des Staates, der Ehe und Familie, auf das geringstmögliche Maß zu beschränken.“ (Franz-Josef Wuermeling, ehem. Familienminister)[7]


"Der „Volkstod“ breitet sich immer weiter aus. Ein Phänomen, das in der modernen Zeit die gesamte westliche Zivilisation erfasst hat. Doch gerade Deutschland, das sich seit gut mehr als 65 Jahren im Würgegriff der vermeintlichen „Befreier“ befindet, leidet am stärksten unter all den durch Kapitalismus und Globalisierung geknechteten Völkern. Ursachen hierfür sind zum einen der indoktrinierte Selbsthass, der von Politik, Medien und anderen gesellschaftlichen Institutionen zelebriert wird. Die Menschen werden hier zum Spielball von fremden Mächten gemacht, die es schaffen, in die Psyche eines ganzen Volkes einzudringen. Zum anderen ist aber auch die übermäßig ausgeprägte Wohlstands- und Konsumgesellschaft daran schuld, dass die Menschen den Wert der Familie nicht mehr schützen und achten. [...] Dabei ist gerade die demographische Katastrophe ursächlich für alle gegenwärtigen und zukünftigen Krisen. [...] Aus ökonomischer Sicht wäre dies der SuperGau. [...] Aber auch aus soziokultureller Hinsicht wäre dieses Szenario der Untergang der Kulturnationen Europas. Die Familie ist die Keimzelle eines jeden Volkes. [...] Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass mit dem aufkommenden Hirngespinst Gender Mainstreaming diese katastrophale Entwicklung unserer Völker beschleunigt wird. Die Strategie des Gender Mainstreaming hat zwar erst gut 25 Jahre Bestand, die Ideologie dahinter ist jedoch wesentlich älter. Auch hat die Gender Ideologie großen Anteil an der Paarungsmüdigkeit der Deutschen, mitsamt ihren daraus resultierenden verheerenden Folgen."[9]
(siehe auch Narrative: Genderterror, Selbsthass, Gender-Ideologie, Europäische Hochkultur, Demografische Katastrophe, Niedergang der Nation, Drohender Volkstod, Genderwahn)


  • Im NPD-Parteiprogramm heißt es zur Familie:
"Die kleinste Gemeinschaft innerhalb unseres Volkes ist die Familie. Auf ihr fußen Volk und Staat, weshalb der Familie auch die besondere Zuwendung und Fürsorge des Staates zuteil werden muß. Ihren natürlichen Ausdruck findet die Familie in der Ehe mit Kindern. Dies begründet den besonderen Schutz von Familie und Ehe. Homosexuelle Lebenspartnerschaften bilden keine Familie und dürfen nicht gefördert werden. Kinder brauchen Mutter und Vater für eine gesunde Entwicklung, aber auch alleinerziehende deutsche Mütter und Väter verdienen staatliche Unterstützung. [...] Die NPD bekennt sich zur Unterschiedlichkeit und Gleichwertigkeit von Mann und Frau und lehnt die naturwidrige Gender-Mainstreaming-Ideologie ab. [...] Die Familie – als Trägerin des biologischen Erbes – ist die Keimzelle des Volkes. Die besondere Bedeutung der Familie für die Zukunftsfähigkeit unseres Volkes wird angesichts einer katastrophalen Bevölkerungsentwicklung in einem vergreisenden Deutschland immer deutlicher."[10]
(siehe auch Narrative Traditionelle Familie, Homosexuelle Promiskuität, Kinder brauchen Vater und Mutter, Gender-Ideologie, Demografische Katastrophe)


»Wichtiger als finanzielle Zuwendungen ist aber ein Wertewandel. Die klassische Familie ist ohne Wenn und Aber zum gesellschaftlichen Leitbild zu erheben. Wir wollen den Egoismus überwinden und wieder ein gemeinschaftsorientiertes Werte-, Sitten- und Normengefüge leben. Die Keimzelle der Gemeinschaft ist die Familie.« [11]


  • In der Online-Schülerzeitung Blauen Narzisse sagte Björn Höcke im Sommer 2014:
»Um dieser fürchterlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten, proklamieren wir im Gegensatz zu allen etablierten Parteien ein klares ›Ja‹ zur klassischen Familie und zum Kind. Jeder weiteren Auflösung dieser Keimzelle unseres Volkes treten wir energisch entgegen."[12]


»Es ist so, dass bei homosexuellen Menschen Sexualität zentral ist und im Vordergrund steht. […] Bei der Synthese von Frau und Mann, bei der erlebten Polarität des Lebens, da geht es noch um etwas anderes. Da geht es darum, dass diese Polarität der Keimzelle der Höherentwicklung des Menschen dient.« [13]
(siehe auch Narrative: Homosexuelle Promiskuität, Komplementarität der Geschlechter)


  • Während einer Rede am 16.09.2015 einer AfD-Demonstration sagte Björn Höcke:
»Seit Jahrzehnten führen die bösartigen Gutmenschen in den Altparteien und in gesellschaftlich irrelevanten, exotischen Interessengruppen einen Feldzug gegen die klassische Familie. Ein bedauernswerter Mensch namens Bodo Ramelow entblödete sich nicht, vor einigen Wochen die Regenbogenfahne vor der Staatskanzlei hissen zu lassen. Lautstarke Minderheiten bauchpinselt man, der Wert der klassischen Familie wird relativiert und sie wird finanziell diskriminiert. Allein die klassische Familie – und das sind Vater, Mutter, Kind – ist die Keimzelle von Gesellschaft und Staat und gibt uns als Gemeinschaft eine Zukunft!« [14]
(siehe auch Narrative: Gutmenschen, Lautstarke Minderheiten, Gleichstellung ist zu teuer)


  • Die weitgehend von Neonazis dominierte [15] Partei Der III. Weg schrieb am 12.08.2016 in ihrem Internetportal:
"Vom Genderwahn zum Volkstod [...] Das Dach eines sexuellen Umerziehungsplanes ist die sogenannte „Gender Ideologie“. Sie behauptet, alle Menschen seien gleich. [...] Wir verstehen uns als familienfreundliche und nationale Gemeinschaft. [...] Zu dieser Gesellschaftsordnung gehören unbedingt wieder gesunde und kinderreiche Familien, um der demographischen Katastrophe entgegen zu steuern. Gegen die herrschende Dekadenz der Volksverräter geben wir der Familie als Keimzelle der völkischen Gemeinschaft oberste Priorität beim Erhalt von Volk und Vaterland. [...] Menschenverachtend ist folgerichtig nicht die lebensbejahende Idee der Gemeinschaft eines Volkes, das gesund in seinen natürlichen Eigenarten wächst und blüht, nein, menschenverachtend ist die Bekämpfung der traditionellen Familie, die propagandistische Förderung der Homo-Lobby, die Verleugnung der natürlichen Geschlechter und die perversen Sexualexperimente an unseren Kindern." (Der III. Weg)[16]
(siehe auch Narrative: Drohender Volkstod, Genderwahn, Umerziehung, Gender-Ideologie, Demographische Katastrophe, Dekadenz, Traditionelle Familie, Homolobby, Frühsexualisierung)


"Das Fundament jeder Gemeinschaft ist da, wo Leben beginnt: in der Ehe. Dort versprechen sich ein Mann und eine Frau ihr ganzes Leben als eine Familie zu teilen; dort besiegeln sie ihre Liebe als ein Fleisch. Sie bezeugen damit Treue und Einheit in der Verschiedenheit, in einer lebenslangen Gemeinschaft. Damit geben sie ihren Kindern das, worauf alle Menschen Anspruch haben: auf die treue Liebe desjenigen Mannes und derjenigen Frau, die ihnen das Leben schenkten, ihres Vaters, ihrer Mutter. Intakte, lebendige Ehen verlangen viel von Ehepartnern; aber gefährdete Ehen verlangen noch mehr, und zwar von der gesamten Gesellschaft! Eine zivilisierte Kultur schützt deswegen die Ehe und mit ihr die ganze Gesellschaft. Sie fördert die Treue und betrachtet Sex außerhalb der Ehe als Missbrauch. Sie schützt vor Pornografie, Promiskuität und Scheidungen; und sie schützt, indem sie jedem Versuch, die Ehe umzudefinieren, die Stirn bietet: weder gleichgeschlechtliche, noch Gruppenbindungen, weder sexuell offene, noch zeitlich befristete Gemeinschaften sind als Ehen anzuerkennen."[17]
(siehe auch Narrative: Komplementarität der Geschlechter, Kinder brauchen Vater und Mutter, Promiskuität, Traditionelle Familie)


"Wir fordern daher [...] einen altersgerechten Sexualkundeunterricht an Schulen wiederherzustellen, der die Indoktrionation (sic!) durch Gender Mainstreaming an Schulen beendet. [...] Schutz der traditionellen Form der Ehe: Die Gemeinschaft von Mann und Frau ist die Keimzelle menschlichen Lebens. [...] Frühsexualisierung: Erziehung und Aufklärung der Kinder obliegt deren Eltern. Die verpflichtende Teilnahme am Sexualkundeunterricht darf nicht dazu mißbraucht werden, Kinder zum Ziel der Akzeptanz mit einer randständigen Sexualpraxis vertraut zu machen. Wir fordern einen altersgerechten Sexualkundeunterricht frühestens ab der Grundschule, der die natürliche Fortpflanzung des Menschen in den Mittelpunkt stellt. [...] Lebensschutz: Jährlich werden rund 100.000 Kinder im Mutterleib durch Abtreibung getötet. Meistens entscheidet sich die werdende Mutter gegen das Kind, weil sie in der Beratungsstelle unzureichend über die negativen Folgen einer Ungeborenentötung aufgeklärt wird. [...] Die heutige Familienpolitik folgt dem Diktat der Wirtschaft und ideologischen Irrlehren wie Gender Mainstreaming. Sie ist in vielen Teilen lebensfeindlich."[18]
(siehe auch Narrative: Indoktrination von Kindern, Traditionelle Familie, Frühsexualisierung, Lebensschutz, Gender-Ideologie, Kultur des Todes)


  • André Barmettler schrieb in der Schweizer Expresszeitung einen Artikel zur "Zerstörung" der "traditionllen Familie". Dieser Artikel erschien in der Leseprobe aus Ausgabe Nr. 12/2017 und wurde mehrfach gespieget, u.a. am 11. Februar 2018 von Epoch Times. Im Artikel heißt es unter anderem:
"Die traditionelle Familie wird durch den modernen Feminismus zerstört. [...] Im Feminismus geht es darum, den Mann zu besiegen, anstatt ihn als einen komplementären Partner zu sehen. Die Familie ist seit jeher die wichtigste Keimzelle und stärkste Stütze der Gesellschaft. [...] Auf sich alleine gestellt war es einem Elternteil in der rauen Wildnis Nordeuropas nahezu unmöglich, ein Kind am Leben zu erhalten. Deshalb mussten Frauen und Männer damals als Einheit zusammenarbeiten, um die Chance auf das Überleben ihrer Kinder zu erhöhen. [...] Die Familie war ein entscheidender evolutionärer Schritt des Homo Sapiens. Er wurde durch äußere Umstände dazu gezwungen, nicht mehr allein seinen niederen Trieben zu folgen, sondern sich um seine Mitmenschen zu kümmern, damit diese den Winter überlebten. Neben Mitgefühl und Moral entwickelten die nordischen Völker zudem eine neue, völlig abstrakte Form des Denkens: die Zukunftsplanung. [...] Doch auch heute sind Mutter und Vater unverzichtbar, um das volle Potenzial eines Kinds zu entfalten. Der Vater lehrte seinem Nachwuchs Disziplin, logisches Denken und praktische Fähigkeiten – damals überlebenswichtig, doch heute ebenfalls nichts, auf das man einfach so verzichten könnte. Von ihrer Mutter erhielten Kinder Liebe und Fürsorge, die Fähigkeit zu Empathie und Mitgefühl, die sie bald auch gegenüber Menschen zeigten, die nicht Teil der Familie waren. Man könnte sagen: Der Mann war schon immer der „Kopf“ und die Frau „das Herz“ der Familie – nur im Verbund war man stark. [...] In der Familie wurde die Frau nie als schwächeres Geschlecht behandelt. Sie war unverzichtbar und wurde von ihrem Partner als komplementäres Gegenstück wertgeschätzt. [...] Feminismus hat die traditionelle Familie aus Mutter, Vater und Kind(ern) zu einem unter vielen möglichen Lebensmodellen herab gewürdigt. Der gesellschaftliche Druck auf Frauen, arbeiten zu gehen, und ihre natürliche und erfüllende Rolle als Mutter aufzugeben, ist heutzutage grösser denn je. [...] Wir sehen uns bereits einer entwurzelten, orientierungslosen und dadurch leicht kontrollierbaren Generation gegenüber, die die Teile-und-Herrsche-Strategie des Feminismus verinnerlicht hat. Was ursprünglich aus dem Marxismus stammende Ideen in unserer Gesellschaft bewirkt haben, ist aus anthropologischer Sicht eigentlich kaum vorstellbar: Die neue Generation hat sich zu großen Teilen freiwillig dazu entschieden, ihr Jahrtausende altes Erbe aufzugeben und kinderlos zu bleiben."[19]
(siehe auch Narrative: Komplementarität der Geschlechter, Europäische Hochkultur, Familienoberhaupt Mann, Ewiger weiblicher Instinkt, Natürliche Geschlechterordnung, Kinder brauchen Vater und Mutter, Kulturmarxismus)


"Die Familienpolitik sollte sich auf die klassische Familie, aber auch auf Scheidungskinder konzentrieren. Immerhin ist die Familie die Keimzelle der Gesellschaft. [...] Was wir seit wenigen Jahren für ein Theater mit Genderthemen machen („gleichgeschlechtliche Ehe“, „Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare“, „3.Geschlecht“…) ist bevölkerungspolitischer Nonsens. [...] Die „offene Gesellschaft“ ist eine Kopfgeburt von Soziologen, die mit ihrem Geburtsland nicht klar kommen. [...] Aber mal ehrlich, auf solch eine Wissenschaft können wir pfeifen."[20]
(siehe auch Narrative: Gender-Ideologie, Traditionelle Familie)


  • Im AfD-Wahlprogramm des Landesverbandes Hessen heißt es 2018 u.a.:
„Im Rahmen des Gender-Mainstreamings werden naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestritten. Das angeblich im Elternhaus geprägte Rollenverständnis von Mann und Frau soll durch staatlich geförderte Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen systematisch „korrigiert“ werden. [...] Hinter der angeblichen Sensibilisierung für vielfältige Lebensformen verbirgt sich ein Paradigmenwechsel: Frühsexualisierung und Umerziehung vom ersten Bilderbuch bis zum Abitur als bedingunslose Akzeptanz aller Sexualitätsvariationen. Wer Bedenken äußert oder gar am traditionellen Familienbild in Schulbüchern festhalten will, gilt schnell als homophob. Dabei verletzt die Verordnung das Indoktrinationsverbot, demzufolge die staatliche Schule jede einseitige Einflussnahme auf die Schüler zu unterlassen hat. Wir sind für eine ideologiefreie Schulpolitik in allen Unterrichtsfächern. Wir wenden uns entschieden gegen eine Frühsexualisierung in Kindergarten und Schule. Den Glaubenssätzen der Gender-Ideologie, dass Mann und Frau nur gesellschaftliche Konstrukte seien, stellen wir uns entschieden entgegen. Jeder Sexualkundeunterricht muss auf den christlichen Wurzeln unseres Landes basieren. Die Vater-Mutter-Kind-Konstellation muss als Keimzelle unserer Gesellschaft erhalten bleiben. […] Wir lassen es nicht länger zu, dass unsere deutsche Sprache durch geschlechterneutrale Worterfindungen oder Wortergänzungen vergewaltigt wird.“[21]
(siehe auch Narrative: Umerziehung, Frühsexualisierung, Traditionelle Familie, Indoktrination von Kindern, Gender-Ideologie, Komplementarität der Geschlechter, Natürliche Geschlechterordnung, Vergewaltigung der Sprache)

Verkettungen mit anderen antifeministischen Narrativen

Die oben genannten Äußerungen zeigen, dass das Narrativ Keimzelle der Nation mit folgenden Narrativen verkettet ist, die ebenfalls als „antifeministisch“ identifiziert wurden. Hierbei ist zu beachten, dass ein Ausdruck verschiedene Bedeutungen haben und für verschiedene Erzählungen - also für verschiedene Narrative - stehen kann. Daher findet hier nicht der Ausdruck an sich, sondern eine bestimmte Lesart dieses Ausdruck, ein bestimmtes Narrativ, nämlich das antifeministische Narrativ, Beachtung.

Einzelnachweise

  1. Jeremias Gotthelf: Ausgewählte Werke in 12 Bänden. Band 5, Zürich 1978
  2. Michael Wildt: „Volksgemeinschaft“, in: Nationalsozialismus: Aufstieg und Herrschaft, in: Informationen zur politischen Bildung Nr. 314, 2012
  3. Ilse Eben-Servaes: Zur Erneuerung des Ehescheidungsrechts, in: Illustrirte Zeitung, Ausgaben 4830-4842, 1936/1937, S.876
  4. Hitler, Adolf 1934: Der Führer an die deutschen Frauen, in: Reden an die deutsche Frau, Berlin-Tempelhof 1934
  5. ebd.
  6. ebd.
  7. F.-J. Wuermeling: Das muß geschehen!, in: Kirchen-Zeitung (Köln), 6.12.1953 (zit. n. Ingrid Langer: Die Mohrinnen hatten ihre Schuldigkeit getan. Staatlich-moralische Aufrüstung der Familien, in: Dieter Bänsch 1985 (Hrsg.): Die fünfziger Jahre. Beiträge zur Politik und Kultur, Tübingen 108-130, S.121f.)
  8. Eike Sanders: »free-gender«, in: Antifaschistisches Info-Blatt 3/2010 vom 12.09.2010
  9. Free-Gender: Raus aus den Köpfen. Genderterror abschaffen, Bielefeld 2011, PDF
  10. Internetpräsenz der NPD Heilbronn: NPD-Parteiprogramm, S. 3
  11. Höcke, Björn (2014): »Die AfD betreibt keinen billigen Populismus!« Arnstädter Stadtecho im Gespräch mit Björn Höcke – Spitzenkandidat der AfD in Thüringen, gespiegelt als pdf auf der Internetseite der AfD Nordhausen, Eichsfeld, Mühlhausen vom 4. 9. 2014
  12. Höcke, Björn (2014): AfD als identitäre Kraft I. Interview mit der Blauen Narzisse vom 13. 8. 2014, Björn (2014): AfD als identitäre Kraft II. Interview mit der Blauen Narzisse vom 13. 8. 2014
  13. Höcke, Björn (2014): Ansprache während des Weihnachtsfests der Jungen Alternative Baden-Württemberg am 22. 12. 2014 in Stuttgart, ab 41:30
  14. Höcke, Björn (2015): Rede zur Demonstration in Erfurt am 16. 9. 2015
  15. Bundesamt für Verfassungsschutz: „Der III. Weg“, Internetportal des BfV
  16. Der III. Weg: Vom Genderwahn zum Volkstod, in: Internetpräsenz vom III. Weg', 12.08.2016
  17. IOF: Die Cape Town Erklärung. Allgemeine Erklärung über Ehe und Familie, in: Opus-Ups.com
  18. Abgeordneten-Check: "Familie jetzt schützen. Für einen Richtungswechsel in der Familienpolitik", in: Abgeordneten-Check: Kampagnen
  19. Die traditionelle Familie. Fundament unserer Gesellschaft unter Beschuss von allen Seiten, in: Leseprobe aus Ausgabe Nr. 12/2017, Ausgabe 12, November 2017 Spiegelung des Artikels in Epoch Times: André Barmettler: Die traditionelle Familie wird durch den modernen Feminismus zerstört, in: Epoch Times vom 11.02.2018
  20. [Hans-Jürgen Klose: "Die klassische Familie contra Gender-Mainstreaming plus Einwanderung", in: Contra-Magazin vom 16.10.2018]
  21. AfD Hessen: Hessen. Aber sicher! Wahlprogramm Landtagswahl Hessen 2018, S. 25ff