Lebensschutz

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Diskursatlas Antifeminismus
Diskursthema:
Bevölkerung Sexualität Familie
Narrativ:
Lebensschutz

Der Ausdruck Lebensschutz findet als antifeministisches Narrativ Anwendung im Diskursthemen Bevölkerung, Familie und Sexualität.

Geschichte und Bedeutung des antifeministischen Narrativs Lebensschutz

Geschichte des antifeministischen Narrativs Lebensschutz

Lebensschutz ist ein biopolitischer Begriff, der sowohl von völkischen als auch von christlich-fundamentalistischen Gruppierungen genutzt wurde. Die Selbstbezeichnung Pro-Life wurde erstmals 1970 verwendet.[1]

Die völkischen Grundlagen gehen von der Lebensphilosophie Oswald Spengelers und Ludwig Klages aus, die sich beide auf Nietzsche beziehen. Während Spengler vor allem Staaten und Völker mehr als nur metaphorisch als Lebewesen betrachtete und so das Denken von "organischen Volkskörpern" förderte, kann Ludwig Klages Lebensphilosophie als Vorläufer einer irrational-faschistischen Ökologie-Bewegung betrachtet werden. Beide Ansätze waren zudem antisemitisch geprägt.

Nationalsozialismus

Obschon der Nationalsozialismus das tödlichste Regime der Weltgeschichte war, arbeitete es mit Lebens-Narrativen. Dies kam in Sprüchen wie „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen!“ oder dem Eugenikprojekt "Lebensborn" zum Ausdruck.

Weltbund zum Schutz der Lebens

"Der Weltbund Zum Schutze des Lebens (WSL) wurde bereits 1960 als 'Weltbund zur Rettung des Lebens' von dm österreichischen Forstbeamten Günther Schwab (Jg. 1904) gegründet. Schwab hatte seine völkisch-biologistischen Ansichten bereits 1955 im Buch 'Der Tanz mit dem Teufel' (Hameln12 1975) niedergelegt. Entsprechend gab es im WSL der 60er Jahre Querverbindungen zu rassistisch/biologistischen Zirkeln und bis in die 80er Jahre fanden sich interne Auseinandersetzungen entlang der Frage 'Wer ist Faschist?' (vgl. LSI, 11/1983). Der WSL spielte mit seiner 'organischen', technik- und fortschrittskritischen Position eines 'Dritten Wegs' Ende der 70er Jahre eine Rolle als 'wertkonservative' organisatorische Keimzelle im Formierungsprozeß rechter Ökologiegruppen zu (Wahl-)Bündnissen.“[2]

Anti-Choice-"Lebensrecht"-Gruppen in Deutschland

1977 wurde die Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) gegründet, zwei Jahre später die extremere Aktion Leben e. V.[3]. 1985 gründeten Mitglieder der CDU/ CSU auf Initiative von Johanna Gräfin von Westphalen die Gruppierung Christdemokraten für das Leben. Johanna von Westphalen gründete wenig später, 1988, zusammen mit ihrem Sohn Friedrich Wilhelm von Westphalen die Stiftung Ja zum Leben. Ideologisch steht die im Sommer 2019 gegründete Gruppierung Sundays for Life der Stiftung Ja zum Leben nahe.[4] 2001 wurde auf Grundlage von Vorläufern in den 1980/90er Jahren der Bundesverband Lebensrecht e. V. gegründet, der hauptsächlich die Märsche für das Leben in Berlin organisiert.

Märsche für das Leben

Seit 2002 finden die sogenannten Märsche für das Leben statt, die das Narrativ des Lebensschutzes benutzen.[5]

Die AfD forderte Anfang 2018 ein Lebensschutzinformationsgesetz[6]

Bedeutung des antifeministischen Narrativs Lebensschutz

Lebensschutz als Bestandteil der Bomacht

Michel Foucault hat in seinen Publikationen Überwachen und Strafen und Sexualität und Wahrheit Bd 1: Der Wille zum Wissen die Entwicklung des Lebens-Narrativs bzw. der Biopolitik / Biomacht herausgearbeitet. Das Internetportal Gender-Glossar fasst den Foucaultschen Begriff der Biomacht folgendermaßen zusammen: Biomacht sei nach Michel Foucault ein Begriff,

"der „verschiedenste Techniken zur Unterwerfung der Körper und zur Kontrolle der Bevölkerung“ (Foucault, 1977a, S. 167) beinhaltet. Biomacht richtet sich also auf zwei „Pole“, die „durch ein Bündel von Zwischenbeziehungen“ verbunden sind: zum einen auf die „politische Anatomie des menschlichen Körpers“, zum anderen auf die „Biopolitik der Bevölkerung“ (Foucault, 1977a, S. 166). Dementsprechend verbindet Biomacht bevölkerungspolitische Maßnahmen (bspw. Hygienemaßnahmen, Geburtenkontrolle und die statistische Erfassung der Bevölkerung) mit der Disziplinierung der Subjekte (bspw. Schule, Militär, Sexualitätsweisen) (Foucault, 1977a; 1977b). Dabei operiert sie nicht primär über Verbote, sondern durch Förderung des Lebens (der Gesundheit, des Wohlstandes, der Sicherheit etc.) der Bevölkerung. Sie ist keine repressive Macht über, sondern eine Macht für das Leben und im Dienste des Lebens, eine „Macht zum Leben“ (Foucault, 1977a, S. 166). Biomacht tötet nicht wie die alte Macht der Souveränität, auch wenn gerade unter biopolitischen Bedingungen neue Formen tödlicher Biomacht wie der biologische Rassismus entstanden sind (Foucault, 1999, S. 276-305). Es ist nicht die Macht „sterben zu machen oder leben zu lassen“, sondern „leben zu ‚machen’ und sterben zu ‚lassen’“ (Foucault, 1999, S. 284)."[7]

Lebensschutz als narrative Entsprechung zu Kultur des Todes / Volkstod

Das Narrativ Lebensschutz ist verbunden mit dem Narrativ Kultur des Todes und zum Teil mit dem Narrativ Volkstod, in dem es sich als unversöhnlicher Widerspruch zu dieser Kultur darstellt.

Äußerungen im antifeministischen Narrativ Lebensschutz

Die folgenden Äußerungen können zur besseren Lesbarkeit des Artikels ein- und ausgeklappt werden.

  • 07.10.2007: Paul von Oldenburg kommentierte auf seiner Homepage die Empfehlung des Parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 29. Juni 2007 Staat, Religion, Säkularität und Menschenrechte unter anderem mit den Worten:
„Die Menschenrechte - das ist höchste Dogma heute. Dieses Dogma erlaubt keine Infragestellung, keinen Protest. Der Platz, den Gott in der katholischen Gesellschaft des Mittelalters einnahm, - wo jede Verletzung der Rechte Gottes inakzeptabel war – wird nun durch die Menschenrechte besetzt.  […] Es macht sich Stück für Stück 'die Diktatur des Relativismus' breit, die Kardinal Ratzinger in seiner Ansprache vor dem Konklave, das ihn zum Papst gewählt hat, angeprangert hat. Eine Diktatur, die den Menschenrechten und der Demokratie den Vorrang über jedes religiöse Prinzip einräumt. Auf Grund der Tatsache, daß sie gewählt wurden, können sie die schlimmsten Ungerechtigkeiten im Namen der Mehrheit erzwingen. Hitler wurde auch demokratisch gewählt und seine Gesetzgebung unter Einhaltung der Vorschriften durchgezogen. Aber was bleibt den Kirchen, wenn sie sich nicht mehr gegen unmoralische, dem Naturgesetz und dem Gesetz Gottes widersprechende Gesetzgebungen wehren können? […]  Die Guillotine beginnt schon zu fallen. Entweder wir beugen den Kopf und beweihräuchern das neue Idol – die Menschenrechte – , indem wir gegen unser katholisches Gewissen handeln oder wir leisten Widerstand, indem wir dem Aufruf des Papstes folgen und 'die Werte, die unantastbar bleiben müssen, die nicht verhandelbar sind', schützen. Das sind zuallererst: Respekt und Verteidigung des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod und die Familie, die durch die Heirat von Mann und Frau gegründet wird.“[8]
(siehe auch Narrative: Diktatur des Relativismus, Menschenrechtsextremismus, Natürliche Geschlechterordnung, Traditionelle Familie)
"Wir müssen kehrt machen aus der fatalen Sackgasse, als die sich die Verbindung von wachsender Erwerbsarbeit, hedonistischer materieller Selbstverwirklichung und Feminismus erwiesen hat. Im Gegensatz dazu müssen Mutterschaft und Familie ermöglicht und gestärkt, die Eigenverantwortung für die Betreuung und Erziehung der Kinder anerkannt und honoriert sowie der hunderttausendfachen Tötung von Ungeborenen entgegengewirkt und den Frauen in Not wirksam geholfen werden. Das SZW steht für eine Kultur der Lebensbejahung."[9]
(siehe auch Narrative: Demografische Katastrophe)
  • 13.03.2015: Felix Honekamp kritisierte im marktlibertären Magazin Eigentümlich frei die Verabschiedung des Tarabella-Berichts unter der Überschrift "Legalisierte Kindstötung. Die Kultur des Todes" u.a. mit den Worten:
"Eines der Kernthemen, das sich hier immer wieder niederschlägt, ist neben Frauenquoten, der Bekämpfung eines angeblichen „Gender Pay Gaps“ und der Indoktrination von Kindern in Schulen mit den Inhalten des Gender Mainstreamings die sogenannte „sexuelle und reproduktive Gesundheit“. Lebensschützer wissen: Wenn dieser Begriff fällt, ist Gefahr im Anzug! [...] Dabei geht aber die viel wesentlichere Frage unter: Wer vertritt eigentlich in der EU noch die Sache der Menschlichkeit gegen Ideologen von der Genderfront?"[10]
(siehe auch Narrative Indoktrination von Kindern, Gender-Ideologie, Kultur des Todes)
„was wir erleben in Sache Lebensschutz und Lebensrecht ist eine von oben bis unten durchdeklinierte völlige Gleichschaltung des öffentlichen Diskurses. Mehr noch: es herrscht eine Meinungsdiktatur. Meinungen, die außerhalb des sehr eng begrenzten politisch korrekten Meinungskorridors liegen, werden als „fundamentalistisch“, „paternalistisch“, „frauenfeindlich“, „extremistisch“, „radikal“ usw. regelrecht diffamiert.“[11]
(siehe auch Narrative: Meinungsdiktatur, Political Correctness)
"Wir fordern daher [...] einen altersgerechten Sexualkundeunterricht an Schulen wiederherzustellen, der die Indoktrionation (sic!) durch Gender Mainstreaming an Schulen beendet. [...] Schutz der traditionellen Form der Ehe: Die Gemeinschaft von Mann und Frau ist die Keimzelle menschlichen Lebens. [...] Frühsexualisierung: Erziehung und Aufklärung der Kinder obliegt deren Eltern. Die verpflichtende Teilnahme am Sexualkundeunterricht darf nicht dazu mißbraucht werden, Kinder zum Ziel der Akzeptanz mit einer randständigen Sexualpraxis vertraut zu machen. Wir fordern einen altersgerechten Sexualkundeunterricht frühestens ab der Grundschule, der die natürliche Fortpflanzung des Menschen in den Mittelpunkt stellt. [...] Lebensschutz: Jährlich werden rund 100.000 Kinder im Mutterleib durch Abtreibung getötet. Meistens entscheidet sich die werdende Mutter gegen das Kind, weil sie in der Beratungsstelle unzureichend über die negativen Folgen einer Ungeborenentötung aufgeklärt wird. [...] Die heutige Familienpolitik folgt dem Diktat der Wirtschaft und ideologischen Irrlehren wie Gender Mainstreaming. Sie ist in vielen Teilen lebensfeindlich."[12]
(siehe auch Narrative: Indoktrination von Kindern, Traditionelle Familie, Frühsexualisierung, Gender-Ideologie, Keimzelle der Nation, Kultur des Todes)
"Und die gesellschaftliche Stimmung war nun einmal im Gefolge der 68er so, dass das Lebensrecht Ungeborener zugunsten von Emanzipation und Selbstbestimmung von Frauen völlig in den Hintergrund getreten ist. [...] Selbst die konservativen CDU-Kollegen im Landtag haben die Streichung einer finanziellen Förderung der ProFa-Tötungsklinik in Mainz abgelehnt, nur weil dieser Antrag von uns kam. [...] Es ist zu befürchten, dass sich die Abtreibungslobby auch aufgrund des beschriebenen Versagens der nominell noch christlich-konservativen Parteien in Brüssel langfristig vollständig durchsetzen wird. Für den Lebensschutz, aber auch für die Bereiche Familie und Gender verheißt das nichts Gutes. [...]  Die Abtreibungslobby in Deutschland ist sehr stark und vor allem politisch ausgezeichnet vernetzt. Dadurch ist sie in der Lage, die gesellschaftliche Debatte maßgeblich zu bestimmen und Gegner mundtot zu machen. [...] Sie haben nahezu freien Zugang zu den Klassen und können dort ihre Ideologie von einem angeblichen „Menschenrecht auf Abtreibung“ ungehindert verbreiten."[13]
(siehe auch Narrative Tötungsklinik, Abtreibungslobby, Abtreibungsideologie)
"Politiker haben Angst vor der öffentlichen Meinung, davor, was Journalisten über sie schreiben werden. Sie passen sich also der political correctness an. [...] Man sieht also, dass die Abtreibungs-Lobby einen starken Einfluss hat. Sie agieren in den Medien, die Medien folgen hörig und wegen den Medien verändert sich dann die öffentliche Meinung. [...] Die heutige Gesellschaft ist so durchdrungen von der Abtreibungsideologie, dass selbst Bischöfe Angst haben, sich dagegen zu stellen. [...] Aber es wäre wirklich sehr wichtig für alle Katholiken, etwas für den Lebensschutz zu tun und die Bischöfe als Rückendeckung zu haben."[14]
(siehe auch Narrative: Political Correctness, Abtreibungslobby, Abtreibungsideologie)
  • Juli 2018: In dem Faltblatt "Abtreibung ist kein Grundrecht – Lebensrecht ungeborener Kinder verteidigen!" der Initiative Familien-Schutz von Sven von Storch heißt es unter anderem:
"Das Grundgesetz orientiert sich am Lebensschutz: Der Mensch ist Mensch von Anfang an. Er hat das Recht zu leben vom ersten Tag seiner Entstehung.  [...] Abtreibungsaktivisten wollen die vorgeburtliche Kindstötung vollständig freigeben lassen. Weil eine direkte Änderung des Abtreibungsparagrafen 218 StGB nicht ohne weiteres möglich ist, versuchen sie, den gesellschaftspolitischen Konsens zum Lebensschutz von außen aufzuweichen. [...] Ein Fünftel der Kinder wird in Deutschland getötet. [...] Die Kultur des Todes durchbrechen [...] Beinahe jede zweite Frau erkrankt am Post-Abtreibung-Syndrom."[15]
(siehe auch Narrative: Kultur des Todes, Vorgeburtliche Kindstötung, Post-Abtreibung-Syndrom)
  • 07.12.2018: Während des Bundesparteitages der CDU warnte der Delegierte Eugen Abler vor einem Verlust der "christlichen Werte" in der CDU unter anderem mit den Worten:
„Hier sind Themen wie Gender-Ideologie, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die Ehe für alle und der Lebensschutz zu nennen. […] Wir töten täglich potenzielle Ärzte, Facharbeiter, Pflegekräfte,  Lehrer, Priester usw. und steuern damit in die demografische Katastrophe. Ohne die Tötung von 7-8 Millionen Kindern seit 1975 hätten wir keinen Fachkräftemangel und bräuchten keine Einwanderung. Derzeit wird am Werbeverbot für Abtreibungen § 219a gerüttelt. Ich fordere Sie auf diesen weiteren Schritt in die Selbstzerstörung unseres Volkes nicht zu gehen. […] Das Umerziehungsprogramm Gender-Mainstreaming hatte übrigens auch seinen Ursprung in einem rechtlich unverbindlichen UN-Papier.“[16]
(siehe auch Narrative: Gender-Ideologie, Demografische Katastrophe, Niedergang der Nation, Umerziehung)
  • 29.03.2021: In dem Interview „Corona wird als trojanisches Pferd benutzt, um Europas Werte durch den 'Great Reset' zu zerstören“ mit International Family News (IFN) äußerte sich Sven von Storch u.a. mit den Worten:
„Die Familie, aus Vater, Mutter und Kind bestehend, ist die Basis der Nationen und das lebendige Fundament der Zivilisationen. Dekadenz und der systematische Abbau dieses Familienbildes und der dazugehörigen christlich-abendländischen Tugenden sind schon sehr tief in die Politik eingewachsen. […] Die konservativen Kräfte unter Viktor Orbán und Mateusz Morawiecki haben das Tor aufgestoßen zu einer lebensbejahenden, kinder- und elternfreundlichen Politik nach christlichem Menschenbild. […] Die Corona-Politik der Merkel-Regierung mit ihren totalitären Lockdowns zerstört die Wirtschaft und Gesellschaft unseres Landes. Dahinter verbirgt sich die Motivation der globalistischen Politik- und Finanz-Eliten und Linksideologen, einen Systemwechsel durchzuführen. […] Corona kann als Ausrede für alle möglichen Maßnahmen genutzt werden, um endlich politisch das umzusetzen, was schon lange von neo-marxistischen Ideologen und globalistischen Eliten verfolgt wurde. […] In der sogenannten „neuen Ordnung“ die vom „Great Reset“ umgesetzt werden soll, werden unsere westlichen Identitäts- und Wertegrundlagen keinen Raum mehr haben. […] Dies hat man in der jüngeren Vergangenheit bei den Themen Familie, Gender, Nation, Religion, usw. beobachten können. Das Einsperren der Menschen durch den Merkel-Lockdown ist nötig, um das Zerstörungswerk umzusetzen. […] Wer nicht in absehbarer Zeit — nicht erst eines Tages — in solch einer Welt unumkehrbar aufwachen und kein Sklave dieser „neuen Normalität“, dieser neuen totalitären neo-marxistischen Gesellschaftsordnung sein will, muss dieser Realität bereits heute in die Augen schauen.“[17]
(siehe auch Narrative: Keimzelle der Nation, Dekadenz, Totalitarismus, Kulturmarxismus, Great Reset)

Verkettung mit anderen antifeministischen Narrativen

Die oben genannten Äußerungen zeigen, dass das Narrativ „Lebensschutz“ mit folgenden Narrativen verkettet ist, die ebenfalls als „antifeministisch“ identifiziert wurden. Hierbei ist zu beachten, dass ein Ausdruck verschiedene Bedeutungen haben und für verschiedene Erzählungen - also für verschiedene Narrative - stehen kann. Daher findet hier nicht der Ausdruck an sich, sondern eine bestimmte Lesart dieses Ausdruck, ein bestimmtes Narrativ, nämlich das antifeministische Narrativ, Beachtung.

Literatur

  • Duden, Barbara (Sept. 1994): Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Mißbrauch des Begriffs Leben, München
  • Foucault, Michel. (1977a). Der Wille zum Wissen (Sexualität und Wahrheit, Bd. 1). Frankfurt am Main.
  • Foucault, Michel. (1977b). Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses (Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Bd. 184). Frankfurt am Main.
  • Foucault, Michel (1999). In Verteidigung der Gesellschaft. Vorlesungen am Collège de France 1975/76. Frankfurt am Main.
  • Honneger, Claudia (1980): „Überlegungen zu Michel Foucaults Entwurf einer Geschichte der Sexualität“, Frankfurt am Main PDF
  • Lemke, Thomas (2008): Eine Analytik der Biopolitik. Überlegungen zu Geschichte und Gegenwart eines umstrittenen Begriffs, in: Behemoth. A Journal on Civilisation 2008, 1 (72–89) PDF
  • Schönekäs, Klaus (1990): Bundesrepublik Deutschland, in: Frank Greß/ Hans-Gerd Jaschke / Klaus Schönekäs: Neue Rechte und Rechtsextremismus in Europa: Bundesrepublik, Frankreich, Großbritannine, Wiesbaden

Einzelnachweise

  1. Merriam-Webster: Pro-Life
  2. Klaus Schönekäs: Bundesrepublik Deutschland, in: Frank Greß/ Hans-Gerd Jaschke / Klaus Schönekäs: Neue Rechte und Rechtsextremismus in Europa: Bundesrepublik, Frankreich, Großbritannine, Wiesbaden 1990 Anm. 32, S. 322
  3. APABIZ: Aktion Leben e.V.
  4. Mathias Blum: sundaysforlife e.V. -Hochmotiviert für den Schutz von Ungeborenen
  5. Internetpräsenz Marsch für das Leben / Marsch für das Leben 2010
  6. Junge Freiheit: AfD fordert Lebensschutzinformationsgesetz
  7. Gender-Glossar. Stichwort Biopolitik/ Biomacht (abgerufen am 08.07.2021)
  8. Paul von Oldenburg: Die Guillotine beginnt zu fallen, in: Homepage von Paul von Oldenburg vom 04.10.2007
  9. Studienzentrum Weikersheim: Weikersheimer Thesen
  10. Felix Honekamp: Legalisierte Kindstötung. Die Kultur des Todes, in: eigentümlich frei vom 13.03.2015
  11. Paul Cullen: Quo vadis, Lebensschutz?, in: kath.net vom 24.11.2016
  12. Abgeordneten-Check: "Familie jetzt schützen. Für einen Richtungswechsel in der Familienpolitik", in: Abgeordneten-Check: Kampagnen
  13. Initiative Familien-Schutz: „Abtreibung wird staatlich subventioniert“ – Interview mit Michael Frisch (AfD), Internetpräsenz der Initiative Familien-Schutz vom 03.05.2018
  14. Initiative Familien-Schutz: „Die heutige Gesellschaft ist durchdrungen von der Abtreibungsideologie“ Interview mit Virginia Coda-Nunziante, Internetpräsenz der Initiative Familien-Schutz vom 13.06.2018
  15. Initiative Familien-Schutz (2018): Abtreibung ist kein Grundrecht – Lebensrecht ungeborener Kinder verteidigen!
  16. Philipp Richter: „Landesverrat“: Eugen Abler attackiert Merkel auf CDU-Parteitag in Hamburg, in: Schwäbisch.de vom 7.12.2018
  17. Sven von Storch: „Corona wird als trojanisches Pferd benutzt, um Europas Werte durch den 'Great Reset' zu zerstören“, Interview mit International Family News (IFN), in: IFamNews vom 29.03.2021