Pioneer Fund

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Pioneer Fund

Pioneer Fund ist eine 1937 gegründete us-amerikanische Stiftung, die der Rassenbiologie nahe steht.

Organisation

Gegründet wurde der Pioneer Fund 1937 in den Vereinigten Staaten von Wickliffe Draper.[1] Wickliffe Drager war Erbe eines reichen Textilfabrikanten und war als Eugeniker Bewunderer des nationalsozialistischen Deutschlands.[2] Die Idee für die Gründung des Instituts kam von den damals in den USA führenden Eugenikern Harry H. Laughlin und Frederick Osborn[3][4]

Von 2002 bis 2012 war Jean-Philippe Rushton Präsident des Pioneer Fund.[5] Nach seinem Tod im Jahr 2012 übernahm Richard Lynn die Präsidentschaft.[6]

Finanzierungen

Der Pioneer Fund finanzierte über Jahrzehnte Forscher*innen, die der rassistischen Eugenik nahestanden, sowie entsprechende Institutionen. Stefan Kühl hebt vor allem Arthur B. Jensen und Jean-Phillipe Rushton als Profiteure der Stiftungsgelder hervor: „Arthur R. Jensen erhielt vom Pioneer Fund zwischen 1971 und 1992 über eine Million Dollar. J. Philippe Rushton konnte zwischen 1971 und 1992 über 770.000 Dollar an Stiftungsmitteln vom Pioneer Fund einstreichen.“ Als weitere Empfänger*innen von Stiftungsgeldern nennt er William B. Shockley, R. Travis Osborne, Richard Lynn, Linda S. Gottfredson, Robert Gordon und Michael A. Levin.[7] Der Pioneer Fund unterstützte zudem die Institutionen Foundation for Research and Education on Eugenics and Dysgenics (FREED) und Foundation for Human Understandin (FHU).[8] Jährliche Zuschüsse erhielten außerdem das Institute for the Study of Man und das Magazin Mankind Quarterly.[9]

Literatur

  • Stefan Kühl (1994): The Nazi Connection: Eugenics, American Racism, and German National Socialism. New York u.a. 1994
  • Heinz Rhyn (1995): Psychometrie und Bildung. Der Intelligenzquotient als Sozialindikator?, in: Zeitschrift für Pädagogik. Jahrgang 41, Heft 5, September/Oktober 1995
  • Stefan Kühl (2014): Die Internationale der Rassisten: Aufstieg und Niedergang der internationalen eugenischen Bewegung im 20. Jahrhundert, Frankfurt a.M.
  • Heidi Beirich (2013): Pioneer Fund assets divided; new leadership appointed, in: Southern Poverty Law Center, 22.10.2013

Einzelnachweise

  1. Internetpräsenz des Pioneer Fund/ Founder
  2. Kühl, S.: The Nazi Connection: Eugenics, American Racism, and German National Socialism. New York u.a. 1994, S. 5f., zit.n. Heinz Rhyn (1995):Psychometrie und Bildung. Der Intelligenzquotient als Sozialindikator?, in: Zeitschrift für Pädagogik. Jahrgang 41, Heft 5, September/Oktober 1995, S. 772.
  3. ebd.
  4. Internetpräsenz des Pioneer Fund/ Founder
  5. Southern Poverty Law Center: Jean-Philippe Rushton
  6. Heidi Beirich: Pioneer Fund assets divided; new leadership appointed, in: Southern Poverty Law Center, 22.10.2013
  7. Stefan Kühl (2014): Die Internationale der Rassisten: Aufstieg und Niedergang der internationalen eugenischen Bewegung im 20. Jahrhundert, Frankfurt a.M., S. 316
  8. Stefan Kühl (2014): Die Internationale der Rassisten: Aufstieg und Niedergang der internationalen eugenischen Bewegung im 20. Jahrhundert, Frankfurt a.M., s. 316
  9. Stefan Kühl (2014): Die Internationale der Rassisten: Aufstieg und Niedergang der internationalen eugenischen Bewegung im 20. Jahrhundert, Frankfurt a.M., S. 317