Manuscriptum Verlagsbuchhandlung

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Diskursatlas Antifeminismus
Diskursthema:
Bevölkerung Sexualität Geschlecht Familie
Arbeit Gewalt
Diskursakteur:
Manuscriptum Verlagsbuchhandlung

Die Manuscriptum-Verlagsbuchhandlung ist ein deutscher Verlag, der unter anderem antifeministische Literatur vertreibt.

Die Manuscriptum-Verlagsbuchhandlung bedient u.a. die antifeministischen Narrative 'Natürliche Geschlechterordnung', 'Komplementarität der Geschlechter' und 'Dritter Totalitarismus' in verschiedenen Diskursthemen wie Bevölkerung, Sexualität und Familie.

Antifeministische Narrative beim Manuscriptum Verlag

Äußerungen des Manuscriptum Verlages in antifeministischen Narrativen

2013: In der Buchbeschreibung des Manuscriptum Verlages zu Bernhard Lassahns Publikation „Frau ohne Welt“ heißt es u.a.:

„Der Feminismus trennt die Frauen von ihrer ureigenen Verantwortung und damit von ihrem Leben. Bernhard Lassahn sagt nun: Das feministische Ziel ist längst nicht mehr die Gleichberechtigung der Frau, sondern die Überwindung des Mannes als etwas Vorzeitlichem. Der Feminismus wendet sich gegen Mann und Mutterschaft und damit gegen die Familie. Der Feminismus trennt, was zusammengehört (Mann und Frau) […] Der Feminismus [...] raubt dem Mann erst seine Männlichkeit und dann seine Menschlichkeit. […] Feminismus ist Apartheid. Feminismus ist eine tropfende Hassreligion, ein totalitärer Umbau der Normalität.“[1]
(siehe auch Narrative: Wahre Frau, Natürliche Geschlechterordnung, Verschwinden der Männlichkeit, Komplementarität der Geschlechter, Feminismus ist Diskriminierung, Dritter Totalitarismus)

Antifeministische Diskurskoalitionen

Organisation

Zur Manuscriptum Verlagsbuchhandlung gehören nach eigenen Angaben die Verlage Manuscriptum, Edition Sonderwege und Landtverlag (Stand November 2018).[2]

Herausgegeben wird zudem die Werkreihe Tumult-Bücher sowie das Magazin Tumult..[3]

Der persönlich haftende Geschäftsführer ist Thomas Hoof.[4]

Die Kontaktadresse ist in Berlin, das Impressum weist auf Lüdinghausen hin.[5]

Publikationen in der Manuscriptum Verlagsbuchhandlung

Auf der Internetpräsenz des Manuscriptum-Verlags wird Gender-Mainstreaming als Thematik aufgeführt[6]. Zu den antifeministisch orientierten Publikationen des Manuscriptum-Verlags gehören u.a.:

  • Martin van Creveld (2018): Gleichheit. Das falsche Versprechen
  • Björn Höcke (2018): Nie zweimal in denselben Fluß. Interview mit Sebsatian Hennig. Vorwort von Frank Böckelmann
  • Helen Smith (2017): Männerstreik . Warum das starke Geschlecht auf Bindung und Nachwuchs verzichtet. Aus dem Amerikanischenvon Ursula Pesch. Mit einem Essay von Thomas Hoof
  • Akif Pirinçci (2015): Die große Verschwulung. Wenn aus Männern Frauen werden und aus Frauen keine Männer
  • Andreas Lombard (2015): Homosexualität gibt es nicht. Abschied von einem leeren Versprechen
  • Bernhard Lassahn (2013): Frau ohne Welt - Teil 1
  • Bernhard Lassahn (2014): Frau ohne Welt - Teil 2
  • Gerhard Amendt (2011): Frauenquoten – Quotenfrauen. Oder: Einem geschenkten Gaul ...
  • Michail A. Xenos (2007): Medusa schenkt man keine Rosen. Eine untypische Einstimmung in das "Jahrhundert der Frau"
  • Rainer Paris (2008): Gender, Liebe & Macht. Vier Einsprüche
  • Volker Zastrow (2006): Gender - Politische Geschlechtsumwandlung

Der Manuscriptum-Verlag veröffentlicht die Werke des Autors Michael Klonovsky[7].

Einschätzungen des Manuscriptum Verlags

2014 kritisierten die Tagesspiegel-Journalist*innen Christian Schröder und Caroline Fetscher einen "fließenden Übergang" der "älteren, verbittert bis weinerlich wirkenden Männer" vom "Kulturpessismus" bis zur "schneidigen Demokratieverachtung der Neuen Rechten":

"Die zwei Dutzend Autoren der zum Manuscriptum-Verlag gehörenden Edition sind ausschließlich Männer – ältere, verbittert bis weinerlich wirkende Männer, deren Wut sich gegen die immergleichen Gegner wendet: die Emanzipation der Frauen, die Moderne, den Westen. [...] Der Übergang vom Kulturpessimismus, dem viele Autoren der Manuscriptum-Verlagsgruppe anhängen, zur schneidigen Demokratieverachtung der Neuen Rechten ist fließend. Pirinçcis Verlagsleiter in der Edition Sonderwege sind André F. Lichtschlag, der das libertäre, gegen den Sozialstaat gerichtete Magazin „Eigentümlich Frei“ herausgibt, und Andreas Lombard, der „den täglich eskalierenden Kampf um Abtreibung, Einwanderung, Homosexuellenrechte, Genderismus, Feminismus“ beklagt. Ihnen wurde von der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ der Gerhard-Löwenthal-Preis verliehen."[8]

Christian Fuchs und Paul Middelhoff verorten 2018 in einen Beitrag für die ZEIT den Manuscriptum-Verlag in der Neuen Rechten:

"Der kleine Verlag wurde von dem ehemaligen Grünen und Gründer des Manufactum-Warenhauses, Thomas Hoof, ins Leben gerufen. Manuscriptum verlegt vor allem neurechte und rechtskonservative Autoren wie den AfD-Co-Vorsitzenden Alexander Gauland, den ehemaligen Focus-Journalisten Michael Klonovsky, Compact-Chef Jürgen Elsässer und den Skandal-Autor Akif Pirinçci („Die große Verschwulung“, „Deutschland von Sinnen“). Hoofs Co-Verleger Andreas Lombard ist zudem Chefredakteur der neurechten Zeitschrift Cato in Berlin. Verleger Hoof schreibt auch selbst Aufsätze, zum Beispiel über Frauen, die seiner Meinung nach zur Freiheit nicht gemacht seien. Hoofs Texte erscheinen zudem in der rechten Zeitschrift eigentümlich frei, die von seinem zweiten Verlagspartner André Lichtschlag herausgegeben wird."[9]

Weblinks

Literatur

  • Ronald Düker (2014): Manuscriptum Verlag: Die Rechte und ihre guten Dinge, in: DIE ZEIT Nr. 16/2014 Link
  • Christian Fuchs / Paul Middelhoff (2018): Neue Rechte. Bis in den letzten, rechten Winkel, in ZEIT vom 12. Mai 2018 Link
  • Christian Schröder / Caroline Fetscher (2014): Akif Pirinçcis Hass-Buch "Deutschland von Sinnen". Der Pöbler und die Neue Rechte, in: Der Tagesspiegel vom 10.04.2014 Link

Einzelnachweise