Alternative für Deutschland

Aus Diskursatlas
Version vom 14. April 2018, 11:40 Uhr von Admin (Diskussion | Beiträge) (Äußerungen der AfD mit antifeministischen Narrativen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diskursatlas Antifeminismus
Diskursthema:
Bevölkerung Sexualität Geschlecht Familie
Bildung Gleichstellung
Diskursakteurin:
Alternative für Deutschland

Die Alternative für Deutschland (auch: AfD) ist eine 2013 gegründete deutsche Partei[1], die christlich-fundamentalistischen, familistischen, rechtslibertären, rechtskonservativen und neurechten Positionen nahe steht und z.T. vertritt.

Die Alternative für Deutschland bedient u.a. die antifeministischen Narrative 'Frühsexualisierung', 'Gender-Ideologie' und 'Komplementarität der Geschlechter' in verschiedenen Diskursthemen, wie z.B. Bevölkerung, Sexualität und Bildung.

Antifeministische Narrative bei der AfD

Die AfD bedient in verschiedenen Diskursthemen die antifeministischen Narrative:

Äußerungen der AfD mit antifeministischen Narrativen

Mit offiziellen Äußerungen bedient die AfD verschiedene antifeministische Narrative. Dies wird u.a. durch Aussagen im AfD-Wahlprogram zur Bundestagswahl 2017 deutlich. Im Kapitel 7 "Willkommenskultur für Kinder: Familienförderung und Bevölkerungsentwicklung" werden beispielsweise folgende Äußerungen in antifeministischen Narrativen gemacht:

  • "Deutschland braucht einen Paradigmenwechsel hin zu einer nationalen Bevölkerungspolitik. Familienpolitik soll deshalb den Maßstab für alle mit ihr verbundenen Politikfelder setzen, insbesondere für die Sozial-, Steuer- und Bildungspolitik. [...] Daher sind Maßnahmen zur mittelfristigen Erhöhung der Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung unverzichtbar, auch um unsere Sozialversicherungssysteme zu stabilisieren. [...] Schwerwiegendes Fehlverhalten gegen die eheliche Solidarität muss bei den Scheidungsfolgen wieder berücksichtigt werden."[2]
(siehe auch Narrativ: Eheliche Pflicht)
  • "Die Schwangerschaftskonfliktberatung muss tatsächlich dem Schutz des Lebens dienen...Gegebenenfalls ist durch gesetzliche Korrekturen ein wirksamer Lebensschutz zu gewährleisten."[3]
(siehe auch Narrativ: Lebensschutz)
  • "Gender-Ideologie marginalisiert naturgegebene Unterschiede zwischen den Geschlechtern und stellt geschlechtliche Identität in Frage.Sie will die klassische Familie als Lebensmodell und Rollenbild abschaffen. Damit steht sie in klarem Widerspruch zum Grundgesetz, das die (klassisch verstandene) Ehe und Familie als staatstragendes Institut schützt, weil nur dieses das Staatsvolk als Träger der Souveränität hervorbringen kann. Die Gender-Ideologie widerspricht sowohl den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Biologie und der Entwicklungspsychologie als auch der lebenspraktischen Alltagserfahrung vieler Generationen. Wir lehnen daher Bestrebungen auf nationaler wie internationaler Ebene ab, diese Ideologie durch Instrumente wie Gender-Studies, Quotenregelungen z.B. für Frauen, Propagandaaktionen wie den „Equal Pay Day“ oder die „geschlechterneutrale Sprache“ umzusetzen."[4]
(siehe auch Narrative: Natürliche Geschlechterordnung, Gender-Ideologie, Traditionelle Familie)
  • "Die AfD will, dass sich die Familienpolitik des Bundes und der Länder am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern orientiert. Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes „Familie“ in Art. 6 Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen und der Familie auf diesem Wege den besonderen staatlichen Schutz zu entziehen."[4]
(siehe auch Narrativ: Traditionelle Familie)
  • "Gender-Ideologie raus aus den Schulen – Frühsexualisierung stoppen: Eine einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexualität im Unterricht, wie sie die sogenannte „Sexualpädagogik der Vielfalt“ praktiziert, stellt einen unzulässigen Eingriff in die natürliche Entwicklung unserer Kinder und in das vom Grundgesetz garantierte Elternrecht auf Erziehung dar. Dadurch werden Kinder und Jugendliche – oft von schulfremden Personen und meist gegen den Willen ihrer Eltern – in Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert, überfordert und in ihren Schamgefühlen verletzt. Die AfD stellt sich allen Versuchen klar entgegen, durch staatlich geförderte Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen das bewährte, traditionelle Familienbild zu beseitigen. Unsere Kinder dürfen nicht zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden. Das ideologische Experiment der Frühsexualisierung ist sofort zu beenden." [5]
(siehe auch Narrative: Gender-Ideologie, Frühsexualisierung, Umerziehung, Traditionelle Familie)
  • "Steuerverschwendung durch „Gender-Forschung“ beenden: Die „Gender-Forschung“ ist keine seriöse Wissenschaft, sondern folgt der ideologischen Vorgabe, dass das natürliche Geschlecht (Sex) und das soziale Geschlecht (Gender) voneinander völlig unabhängig seien. Ziel ist letztlich die Abschaffung der natürlichen Geschlechterpolarität. Bund und Länder dürfen keine Mittel für die „Gender-Forschung“ mehr bereitstellen und keine „Gender-Professuren“ mehr besetzen. Bestehende Förderlinien sollen beendet werden, die der „Gender-Ideologie“ verpflichteten „Gleichstellungsbeauftragten“ an den Universitäten sind abzuschaffen."[6]
(siehe auch Narrative: Pseudowissenschaft Gender-Studies, Komplementarität der Geschlechter, Gender-Ideologie)

Diskurskoalitionen

Organisation der Alternative für Deutschland

Bundesvorstand

Zu dem Bundesvorstand gehören laut Internetpräsenz der AfD[7]:

EU-Abgeordnete der AfD

Jugendverband der AfD

Organisationen von AfD-Parteimitgliedern

Literatur

  • Andreas Kemper (2016): Antiemanzipatorische Netzwerke und die Geschlechter- und Familienpolitik der Alternative für Deutschland. In A. Häusler (Hrsg.), Die Alternative für Deutschland (S. 81-97). Wiesbaden: Springer.
  • Andreas Kemper (2016): Die AfD und ihr Verständnis von Geschlecht und Sexualität. In A. Henningsen, E. Tuider & S. Timmermanns (Hrsg.), Sexualpädagogik kontrovers (S. 142-158). Weinheim und Basel: Beltz Juventa.
  • Weiterdenken-Heinrich Böll Stiftung Sachsen (April 2017): Zur Sache! Was die AfD wirklich will

Weblinks

Einzelnachweise