Neusprech

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Diskursatlas Antifeminismus
Diskursthema:
Bildung Gleichstellung
Narrativ:
Neusprech

Der Ausdruck Neusprech findet als antifeministisches Narrativ Anwendung in den Diskursthemen Bildung und Gleichstellung.

Geschichte und Bedeutung des Narrativs Neusprech

Begriffsgeschichte von Neusprech

Ursprüngliche Bedeutung von Neusprech

Den Begriff Neusprech (Newspeak) hatte George Orwell 1948 in seinem dystopischen Roman 1984 eingeführt. Damit wurde eine künstlich geschaffene Sprache bezeichnet, die ein politisch kritisches Bewusstsein verunmöglichen sollte. Im Roman wird Neusprech folgendermaßen skizziert:

„In Neusprech überwog der Wohlklang jede andere Erwägung als die Genauigkeit der Bedeutung. […] Denn vor allem für politische Zwecke waren kurze Worte von unmissverständlicher Bedeutung erforderlich, die schnell ausgesprochen werden konnten und im Bewusstsein des Sprechers ein Minimum an Echos hervorriefen. […] Fast immer waren diese Wörter […] aus zwei oder drei Silben, wobei die Betonung gleichmäßig zwischen der ersten und der letzten Silbe lag. Ihre Verwendung förderte eine plappernde Sprache, die zugleich stakkato und eintönig war. Die Absicht lag darin, Sprache, besonders die Sprache über ideologisch nicht neutrale Themen, vom Bewusstsein so weit wie möglich abzukoppeln. […] Neusprech unterschied sich tatsächlich von den meisten anderen Sprachen dadurch, dass sein Vokabular jedes Jahr kleiner und nicht größer wurde. Jede Reduktion war ein Gewinn, denn je kleiner der Bereich der Wahl war, desto geringer war die Versuchung, darüber nachzudenken. Letztendlich wurde gehofft, artikuliertes Sprechen aus dem Kehlkopf zu machen, ohne die höheren Gehirnzentren überhaupt zu involvieren. Dieses Ziel wurde offen gesagt in dem Neusprech-Wort 'Entensprache' ['duckspeak'], was soviel bedeutet wie 'Quaken wie eine Ente'.“[1]

George Orwell macht diesen Sprachgebrauch am Beispiel der Wörter "Sexcrime" und "Goodsex" fest:

"Sein Sexualleben wurde zum Beispiel völlig durch die beiden Neusprech-Wörter Sexcrime (sexuelle Unmoral) und Goodsex (Keuschheit) geregelt. Sexcrime deckt alle sexuellen Missstände ab. [...] Es war nicht nötig, sie einzeln aufzuzählen, da sie alle gleichermaßen schuldhaft waren und im Prinzip alle mit dem Tod bestraft wurden [...]. Er wusste, was mit 'goodsex' gemeint war - das heißt, normaler Umgang zwischen Mann und Frau, nur zum Zwecke der Zeugung von Kindern, und ohne körperliche Lust der Frau: alles andere war Sexcrime."[2]

Orwell warnte damit vor einer "Plappersprache" ohne Brüche, vor einer Sprache, in der nichts mehr zum Nachdenken oder gar zum Widerspruch anregt. Wie viele andere Dystopien war auch 1984 die in eine fiktive Zukunft projizierte Zuspitzung bereits bestehender aktueller Probleme. Orwell sah in seiner Zeit bereits Tendenzen, die in diese Richtung einer entpolitisierenden 'Plappersprache' gingen und von der Neusprech nur eine konsequente Weiterentwicklung sei. Entsprechend kritisierte er bereits die Sprache seiner Zeit:

"Sobald bestimmte Themen aufkommen, löst sich das Konkrete im Abstrakten auf, und niemand scheint an Redewendungen denken zu können, die nicht schon endlos wiedergekäut wurden: Politische Prosa besteht immer weniger aus Worten, die um ihrer Bedeutung willen gewählt wurden, sondern mehr und mehr aus Phrasen, die zusammengefügt sind wie die Teile eines vorfabrizierten Hühnerstalls."[3]

Das heißt, George Orwell ging es in seinen Ausführungen zu "Neusprech" vor allem darum, kritisch mit Sprache umzugehen, wenn diese Phrasen und Bilder transportiere, die gar nicht mehr ins reflektierende Bewusstsein gelangten. Er hatte sich also nicht gegen eine politische Sprache ausgesprochen oder gegen sinnvolle politische Korrekturen einer Sprache, sondern gegen eine aalglatte "schöne" Plappersprache. In dem Sinn versucht der Internetauftritt neusprech.org[4] des Linguistikers Martin Haase auf problematische Wortschöpfungen aufmerksam zu machen.

Verkehrung des Begriffs Newspeak / Neusprech im Zuge des Narrativs Political Correctness

In den 1990er Jahren wurde in den Vereinigten Staaten der Begriff Newspeak weitgehend synonym mit dem Narrativ Political Correctness verwendet und damit in sein Gegenteil verkehrt.

Diese neue Interpretation von Neusprech erhielt der Begriff vor allem auch als antifeministisches Narrativ. Neusprech bzw. Newspeak als antifeministisches Narrativ begreift Oldspeak in seiner vermeintlichen "Schönheit" der "politisch neutralen" und "organisch gewachsenen Sprache" ("Leserfreundlichkeit") als zu verteidigenden Wert. Mit der Verteidigung des "Wohlklangs" gegen das "Politische" wird Orwells eigentliche Bedeutung des Begriffs Neusprech konterkariert. Denn Neusprech im eigentlichen Sinn zeichnet sich durch eine entpolitisierende, all zu wohlklingende Sprache aus, also genau durch das, was antifeministische Akteur*innen schützen wollen gegen eine vermeintliche Gefahr, die sie fälschlicherweise als "Neusprech" kennzeichnen.

Bedeutung des antifeministischen Narrativs Neusprech

Mit dem Narrativ Newspeak im Sinne einer Political Correctness verwahren sich Aktivist*innen gegen politische Interventionen in eine vermeintlich "organisch gewachsene" Sprache, vor allem und gerade auch dann, wenn mit diesen Interventionen Bruchstellen in die Sprache eingebaut werden, die zum Nachdenken anregen sollen. Der vermeintliche Wohlklang der Sprache wird über die Genauigkeit der Bedeutung gestellt, was nach Orwell ein typisches Merkmal für Newspeak sei.

In Deutschland wird das Narrativ Neusprech vor allem verwendet, um geschlechtersensible Sprache zu diffamieren. Geschlechtersensible Sprache wird mit dem Ausdruck Neusprech indirekt als totalitär bezeichnet und verkettet diese mit Narrativen wie Genderfaschismus und Feminazis.

Äußerungen mit dem antifeministischen Narrativ Neusprech

"George Orwell würde sicher neidvoll erblassen angesichts der Kreativität der AG „Feministisch Sprachhandeln“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit Erscheinen seines Romans „1984“ gilt er zwar als Erfinder des „Neusprech“, doch er konnte damals nicht ahnen, dass ihm Soziologen aus Berlin einmal den Rang ablaufen würden. Was sich wie der Satire-Gipfel in der ARD anhört ist jetzt als Broschüre zum „Antidiskriminierenden Sprachhandeln“ zu haben und soll helfen, eine gewaltvolle und unterdrückende, zweigeschlechtlich geprägte Sprache in ihren Grundfesten zu demoralisieren und endlich den Weg frei zu geben für alle Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung von Frauen, die ja bekanntlich sprachliche Opfergruppe Nummer eins sind. [...] Was hat diese Broschüre eigentlich gekostet? Es muss unserem Land einfach phantastisch gehen, wenn wir es uns leisten können, dass sich Universitäten damit beschäftigen, wie man Sprache mit allerlei frei erfundenen Schreibweisen so absurd gestalten kann, dass keiner mehr versteht, was gesagt werden soll."[5]
(siehe auch Narrative: Gleichstellung ist zu teuer)


  • Agens e. V. schreibt in einer von der Online-Präsenz verlinkten PDF am 10.12.2014 zu "Gender-Mainstreaming" u.a.:
"GM [Gender-Mainstreaming] hat sich unbemerkt zu einer Staatsideologie unter dem Deckmantel von „Gleichstellung“ von Mann und Frau etabliert. Es wurde zum Hauptinstrument für reine Frauenförderung vor allem im öffentlichen Dienst und an den Hochschulen, sowie für die Umerziehung in den Schulen. [...] Die Öffentlichkeit nimmt von Gender Mainstreaming (GM) nur Einzelthemen wie Frauenquote, Frühsexualisierung, Gendersprache usw. wahr. Hinter GM steht aber ein allumfassendes Programm mit totalitärem Anspruch. [...] Gender Neusprech: Feministisch orientierte und verordnete Sprachverunstaltung, die unser Denken demgemäß prägen soll" (Agens e. V.)[6]
(siehe auch Narrative Umerziehung, Gender-Ideologie, Frühsexualisierung, Dritter Totalitarismus)


"Das „Neusprech“ unserer Tage heißt Political Correctness und die „geschlechtergerechte“ Sprache eine Ausformung davon." [7]
(siehe auch Narrative: Political Correctness)


"Neusprech. Orwell und das Gender Mainstreaming. Frauen brauchen keine Feministen-AGs [...] In der heutigen Zeit ist es normal geworden, in allgemeinen Anreden oder Bezeichnungen ein Binnen-I oder “/innen“ zu lesen und zu benutzen, damit sich die Frauen nicht ausgeschlossen oder gar ignoriert fühlen. Es ist eben politisch korrekt, das gehört sich so. Es wird allerdings nie gefragt, was diese Sprachvergewaltigung für Folgen nach sich zieht und was eigentlich ursprünglich damit erreicht werden sollte. [...] Bei jeder Formulierung, bei jedem noch so kleinen, offiziellen Satz wird dem Leser die angebliche Gleichstellung der Frau unter die Nase gerieben. Und das alles ohne Rücksicht auf die gewachsene Schönheit der deutschen Sprache. [...] Statt der Gleichberechtigung von Mann und Frau treiben solch radikale, linke FeministInnen und SprachvergewaltigerInnen einen Keil in das gemeinschaftliche Miteinander der Geschlechter im Alltag.[8]
(siehe auch Narrative: Political Correctness, Sprachvergewaltigung, Keil in Geschlechtergemeinschaft)


  • Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Peter Felser, kritisierte die Ankündigung der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, rechtsextreme Seilschaften in der Bundeswehr zu untersuchen 2017 mit den Worten:
"Statt dessen hat sie die Truppe erst mit Gender-Gaga überzogen und jetzt auch noch mit einem Orwellschen Vergangenheits-Exorzismus."[9]
(siehe auch Narrativ Genderwahn)


„Was können wir der Gender-Ideologie entgegensetzen? […] Sowohl der Marxismus-Kommunismus im Osten wie die Nazi-Ideologie in Deutschland hatten die Menschen hart im Griff. Die Gender-Ideologie, viel klüger als ihre Vorgängerinnen, macht es auf die sanfte Tour, aber im Griff hat sie die Menschen auch. […] Mit den sanften Mitteln einer angepassten Sprache (George Orwell nannte das „Neusprech“) wird auch die absurdeste Auffassung akzeptiert. […] Aber machen wir uns nichts vor: das Naturrecht ist im Kern nur begründbar, wenn Gott der Schöpfer eine Rolle spielt. Wenn er ausgespielt hat, gibt es in der Tat keinen Grund, warum man gegen den demokratischen Willen der Mehrheit nicht auch wesentliche Dinge der Weltanschauung und der Moral verändern kann. […] Dass jahrhundertelang die Ehe von Mann und Frau als größte Selbstverständlichkeit gegolten hat, auch bei Leuten, die nicht gläubig sind, hängt mit dem Gottesglauben – nicht nur dem christlichen – zusammen. […] was hier geschieht, ist nicht nur eine der sinnfreien Kapriolen der Tagespolitik, hier wird dem Schöpfer mitten ins Gesicht geschlagen. […] Genau wie die vorher gegangenen Ideologien wird auch Gender einmal auf dem Kehrichthaufen der Geschichte landen. Angesagt ist Widerstand statt Mitläufertum.“[10]
(siehe auch Narrative: Gender-Ideologie, Dritter Totalitarismus, Natürliche Geschlechterordnung)


  • In der Verteidigung seiner Ankündigung, den Kulturbetrieb zu „entsiffen“, schreibt Marc Jongen, Kulturbeauftragter der AfD im Bundestag, am 16.03.2018 in der Jungen Freiheit u.a.:
„Vielleicht hätte ich „Entsiffung“ in Anführungszeichen setzen müssen, um […] die augenzwinkernde Anspielung auf Akif Pirinçcis mittlerweile geflügeltes Wort von der „rot-grün versifften Republik“ deutlich zu machen. […] Der Kulturbetrieb hatte sich [...] parteiisch, pluralitätsfeindlich, selbstgerecht – alias „rot-grün-versifft“ – gezeigt, wie es drastischer kaum denkbar ist. […] Das tagtägliche Versagen der Intellektuellen auf Merkel-Deutschlands Weg in einen Gesinnungsstaat läßt sich [...] transparent machen. […] In allen Institutionen kennt man den Typus des aalglatten Karrieristen mit der feinen Witterung fürs Opportune, politisch überkorrekt auf die Gunst der Obrigkeit schielend, immer für eine kleine Intrige gegen mißliebige Konkurrenten zu haben. Im akademischen Milieu erlangt er besondere Unappetitlichkeit durch [...] einen an den jeweils in Amt und Macht befindlichen Werten orientierten Jakobinismus. […] Wer den orwellschen Klang, der die Begriffe „Toleranz“, „Weltoffenheit“, „Vielfalt“ längst erfaßt hat, nicht hört, und meint, sie gegen den „ewigen Nazi“ in Stellung bringen zu müssen, gehört zu den unschuldig-schuldigen, tragischen Helden einer in Dekadenz geratenen, sich selbst ad absurdum und Europa in den Abgrund führenden Postmoderne. Was könnte „Entsiffung“ vor diesem Hintergrund heißen? Zuvörderst Beseitigung all des Gedankenmülls und all der ideologischen Verunklarungen, die uns gegenwärtig daran hindern, das zu tun, was dem zivilisatorischen Mindeststandard in einer aufgeklärten Gesellschaft entsprechen würde: eine bei allen auch harschen Meinungsverschiedenheiten offene und sachbezogene Debatte über das gute und richtige Leben in unserer Gemeinschaft zu führen.“[11]
(siehe auch Narrative: Rotgrün-versifft, Gesinnungsstaat, Political Correctness, Jakobinismus, Dekadenz)


"Gender-Ideologie und Homo-Ehe werden pompös gefeiert, während der zeitgleich stattfindende Internationale Familientag der Vereinten Nationen sang- und klanglos verstreicht. Die Brüsseler Abgeordneten haben dafür keine Zeit, denn sie sind die gesamte Woche beschäftigt, der schwul-lesbischen Lobby artig Referenz zu erweisen. [...] IDAHIT bedeutet übersetzt Internationaler Tag gegen Homo-, Trans-, und Interfeindlichkeit. Was den wenigsten durch den typisch intransparenten Orwell-Sprech geläufig sein dürfte, wird dafür mit umso größerem Pomp begangen [...] Für die EU-Regierung ist die Familie out, vielleicht auch zu peinlich, jedenfalls einfach zu unbedeutend, um auch nur eine Minute Redezeit an ein Thema zu verschwenden, das für die meisten EU-Bürger immerhin eine Grundkonstante ihres Lebens darstellt. Heute hängen die hohen Herren und Damen lieber die Regenbogenflagge aus ihrem Bürofenster wie einst der brave DDR-Bürger seine Hammer-und Sichel-Fahne zum 1. Mai."[12]
(siehe auch Narrative: Gender-Ideologie, Homolobby)


  • Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen wandte sich im Sommer 2018 in AfD-Kompakt gegen eine geschlechtersensible Sprache u.a. mit den Worten:
"Es darf nicht sein, dass Gender-Gagaisten mit Geschlechterstern, Binnen-I, Gender-Gap und anderen absurden sprachpolitischen Vorschlägen unsere deutsche Sprache vergewaltigen. Gewalt an der Sprache ist immer auch Gewalt an der Kultur und der Freiheit des Denkens. Wir werden nicht zulassen, dass die Verfechter einer vorgeblichen politischen Korrektheit unsere Muttersprache zugrunde richten und die Schönheit und Vielfalt unserer Sprache zerstören. Orwells fürchterliches Neusprech ist gegen die Sprachpolizei der Gender-Vertreter noch geradezu harmlos."[13]
(siehe auch Narrative: Political Correctness, Sprachvergewaltigung, Genderwahn, Sprachpolizei)


"Was harmlos als lediglich 'konzeptionelle Angleichungen im Ehe- und Lebenspartnerschaftsrecht sowie im internationalen Privatrecht' beschrieben wird, bedeutet nichts weniger als die Transformation des Bürgerlichen Gesetzgebuchs in den Ideologie-Neusprech des Gender Mainstreaming. Eindeutig geschlechtszuweisende Begriffe wie 'Ehemann' und 'Vater' sowie 'Ehefrau' und 'Mutter' fallen der politischen Korrekturschere zum Opfer und werden durch geschlechtsneutrale Formulierungen wie 'Ehepartner' beziehungsweise im Plural 'Ehepaar' sowie 'Elternteil' und 'Eltern' ersetzt. Die sprachliche Kastration des BGB nach geschlechtsneutralen Kriterien hat jedoch ihre Tücken."[14]
(siehe auch Narrative: Gender-Ideologie, Political Correctness)

Verkettungen mit anderen antifeministischen Narrativen

Die oben genannten Äußerungen zeigen, dass das Narrativ Neusprech mit folgenden Narrativen verkettet ist, die ebenfalls als „antifeministisch“ identifiziert wurden. Hierbei ist zu beachten, dass ein Ausdruck verschiedene Bedeutungen haben und für verschiedene Erzählungen - also für verschiedene Narrative - stehen kann. Daher findet hier nicht der Ausdruck an sich, sondern eine bestimmte Lesart dieses Ausdrucks, ein bestimmtes Narrativ, nämlich das antifeministische Narrativ, Beachtung.

Literatur

  • George Orwell: Nineteen Eighty-Four, London 1954
  • George Orwell: Politics and the English Language, in: (Bolton, W. F. / Crytal, D. (Hrsg.) The English Language Volume 2 Essays by Linguistics and Men of Letters 1858-1964, Cambridge 1969

Einzelnachweise

  1. Originaltext: "In Newspeak, euphony outweighed every consideration other than exactitude of meaning. Regularity of grammar was always sacrificed to it when it seemed necessary. And rightly so, since what was required, above all for political purposes, was short clipped words of unmistakable meaning which could be uttered rapidly and which roused the minimum of echoes in the speaker's mind. The words of the B vocabulary even gained in force from the fact that nearly all of them were very much alike. Almost invariably these words — goodthink, Minipax, prolefeed, sexcrime, joycamp, Ingsoc, bellyfeel, thinkpol, and countless others — were words of two or three syllables, with the stress distributed equally between the first syllable and the last. The use of them encouraged a gabbling style of speech, at once staccato and monotonous. And this was exactly what was aimed at. The intention was to make speech, and especially speech on any subject not ideologically neutral, as nearly as possible independent of consciousness. For the purposes of everyday life it was no doubt necessary, or sometimes necessary, to reflect before speaking, but a Party member called upon to make a political or ethical judgement should be able to spray forth the correct opinions as automatically as a machine gun spraying forth bullets. His training fitted him to do this, the language gave him an almost foolproof instrument, and the texture of the words, with their harsh sound and a certain wilful ugliness which was in accord with the spirit of Ingsoc, assisted the process still further. So did the fact of having very few words to choose from. Relative to our own, the Newspeak vocabulary was tiny, and new ways of reducing it were constantly being devised. Newspeak, indeed, differed from most all other languages in that its vocabulary grew smaller instead of larger every year. Each reduction was a gain, since the smaller the area of choice, the smaller the temptation to take thought. Ultimately it was hoped to make articulate speech issue from the larynx without involving the higher brain centres at all. This aim was frankly admitted in the Newspeak word duckspeak, meaning ‘to quack like a duck’. Like various other words in the B vocabulary, duckspeak was ambivalent in meaning. Provided that the opinions which were quacked out were orthodox ones, it implied nothing but praise, and when the Times referred to one of the orators of the Party as a doubleplusgood duckspeaker it was paying a warm and valued compliment.", George Orwell: Nineteen Eighty-Four, London 1954, S. 248, eigene Übersetzung
  2. Originaltext: "His sexual life, for example, was entirely regulated by the two Newspeak words sexcrime (sexual immorality) and goodsex (chastity). Sexcrime covered all sexual misdeeds whatever. It covered fornication, adultery, homosexuality, and other perversions, and, in addition, normal intercourse practised for its own sake. There was no need to enumerate them separately, since they were all equally culpable, and, in principle, all punishable by death. In the C vocabulary, which consisted of scientific and technical words, it might be necessary to give specialized names to certain sexual aberrations, but the ordinary citizen had no need of them. He knew what was meant by goodsex — that is to say, normal intercourse between man and wife, for the sole purpose of begetting children, and without physical pleasure on the part of the woman: all else was sexcrime." ebd.: 247, eigene Übersetzung
  3. Original: "As soon as certain topics are raised, the concrete melts into the abstract and no one seems able to think of turns of speech that are not hackneyed: prose consists less and less of words chosen for the sake of their meaning, and more and more of phrases tacked together like the sections of a prefabricated hen-house.", George Orwell: Politics and the English Language, in: (Bolton, W. F. / Crytal, D. (Hrsg.) The English Language Volume 2 Essays by Linguistics and Men of Letters 1858-1964, Cambridge 1969, S. 219
  4. neusprech.org
  5. Birgit Kelle: Bis keiner mehr versteht, was gesagt werden soll. "Computa", "Studierx", "m@n": Ein Traum für Analphabeten und Feministinnen, in: Focus-online vom 24.04.2014
  6. Agens: Gender Mainstreaming. Kurzinfo, PDF vom 10.12.2014
  7. AfD-Abgeordnete der Bürgerschaft Hamburg: Alexander Wolf, Dirk Nockemann, Detlef Ehlebracht, Harald Feineis, Andrea Oelschläger und Peter Lorkowski: Antrag der Abgeordneten Dr. Alexander Wolf, Dirk Nockemann, Detlef Ehlebracht, Harald Feineis, Andrea Oelschläger und Peter Lorkowski (AfD) an die Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg vom 31.01.2018, Drucksache 21/11846
  8. Sarah Klostermair: Neusprech. Orwell und das Gender Mainstreaming. Frauen brauchen keine Feministen-AGs, in: eigentümlich frei vom 16.06.2014
  9. Peer Felser: Orwellscher Exorzismus bei der Bundeswehr, in: Internetpräsenz von Peter Felser vom 13.05.2017
  10. [Peter von Steinitz: Was können wir der Gender-Ideologie entgegensetzen?. Impuls zum 13. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A — 2. Juli 2017, in: ZENIT vom 30.06.2017]
  11. Marc Jongen (2018): Das Versagen der Intellektuellen, in: Junge Freiheit vom 16.03.2018
  12. Familiens-Schutz.de: Lieber Regenbogen-Marsch als Familientag: Dem EU-Parlament ist die Familie peinlich, in: Onlinepräsenz von Familien-Schutz.de, 17.05.2018
  13. Jörg Meuthen: Wir brauchen keine Frauenquote in der Rechtschreibung!, in: AFD-Kompakt, Nr. 2/2018
  14. Kein „Vater“, keine „Mutter“ mehr: Dem Bürgerlichen Gesetzbuch soll das Geschlecht ausgetrieben werden, in: Familien-Schutz.de vom 20.09.2018